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Seilbahnen

Der Neubau einer Seilbahn ist ein Zusammenspiel aus Ingenieurwesen, Baukunst und Logistik. Bevor die erste Stütze steht, analysieren Experten das Gelände, die vorherrschende Geologie und mögliche Einwirkungen aus Naturgefahren wie Hangrutsche oder Lawinen. So werden Fundamente sicher positioniert, verankert und Risiken wie Rutschungen minimiert. Gleichzeitig gilt es, Material in entlegene Lagen zu transportieren, Umweltauflagen einzuhalten und Akzeptanz bei allen involvierten Stellend und Interessensgruppen zu schaffen – für eine sichere und nachhaltige Verbindung.

Unsere Leistungen im Bereich Seilbahnen

Neubau

Instandstellung und Verstärkung

Inspektion und Unterhalt

Nachhaltigkeit

Neubau

Die Herausforderung

Der Neubau von Seilbahnen bringt vielfältige Herausforderungen mit sich. Technisch müssen Tragwerke, Antriebe und Sicherheitssysteme höchsten Standards entsprechen, oft in schwierigem, alpinem Gelände. Eine zentrale Rolle spielen geologische Analysen: Bodenschichtung, Felsbeschaffenheit, Grundwasserverläufe und potenzielle Hanginstabilitäten werden detailliert untersucht, um Fundamente und Stützen sicher zu verankern.

 

Auch Risiken wie Lawinen, Steinschlag oder Erdrutsche müssen modelliert und baulich berücksichtigt werden. Planung und Bau erfordern präzise Vermessung sowie die Abstimmung auf extreme Wetterbedingungen. Logistisch ist der Materialtransport in unwegsame Regionen aufwendig, oft nur mit eigens für den Bau installierten Transportseilbahnen oder per Helikopter möglich. Ökologische Aspekte wie Landschaftsschutz, Lärmemissionen und Eingriffe in Lebensräume müssen geprüft werden. Genehmigungsverfahren binden Zeit und erfordern Abstimmung mit Behörden, Gemeinden und Anwohnern, um eine nachhaltige, akzeptierte Lösung zu schaffen.

Unsere Antwort

Beim Neubau von Seilbahnanlagen – sowohl für touristische als auch urbane Anwendungen – spielen vorspanntechnische Systeme und geotechnische Gründungen eine Schlüsselrolle. Stationen, Masten und Fundamente müssen hohe vertikale und horizontale Lasten aus dem Seilzug, Wind, Schnee und Betrieb aufnehmen.

 

Vorgespannte Anker und Mikropfähle sichern Stützenfundamente in instabilen oder geneigten Lagen. In Felshängen oder alpinem Gelände kommen dauerhafte Felsanker, Mikropfähle oder Injektionspfähle zum Einsatz, oft kombiniert mit Spritzbeton und Vernagelung zur Hangsicherung. Die präzise Vorspannung ermöglicht kompakte Bauformen und verhindert unerwünschte Setzungen oder Bewegungen in den verschiedenen Betriebszuständen.

Unsere Lösungen

Unsere Leistungen

Sicherer Seilbahnbau beginnt mit fundiertem geotechnischem Wissen, präziser Bemessung von Ankern, erprobte Transporthilfsmittel und konsequenter Qualitätssicherung – nur so lassen sich Bauwerke schaffen, die auch unter extremen alpinen Bedingungen dauerhaft stabil bleiben.

Ihr Ansprechpartner

für Seilbahnen

Dr. Dominik Meyer

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Instandstellung und Verstärkung

Die Herausforderung

Die Instandstellung und Verstärkung bestehender Seilbahnen gewinnt aufgrund erhöhter Sicherheitsanforderungen und sich ständig verändernder Bedingungen zunehmend an Bedeutung. Ältere Anlagen müssen auf neue Normen und technische Standards angepasst werden, um eine sichere Nutzung zu gewährleisten. Gleichzeitig führen Klimawandel und zunehmende Wetterextreme zu geologischen Veränderungen wie Hanginstabilitäten, Steinschlag oder dem Abtauen von Permafrost.

Unsere Antwort

Diese Risiken erfordern gezielte Massnahmen wie die Verstärkung von Fundamentsystemen und den Ausbau von Schutzvorrichtungen gegen Naturgefahren. Nachträgliche Vorspannung, z. B. durch zusätzliche Litzenanker oder vorgespannten Beton in Fundamentbereichen, ermöglicht eine gezielte Tragwerksverstärkung. In geotechnisch kritischen Bereichen – etwa bei Hangbewegungen oder Erosion – können bestehende Bauwerke durch Mikropfähle, Nagelwände oder Injektionsmassnahmen ertüchtigt werden, ohne den laufenden Betrieb vollständig zu unterbrechen.

 

Modernste Überwachungssysteme ermöglichen eine kontinuierliche Kontrolle des Anlagenzustands und frühzeitige Reaktionen auf Veränderungen. So sichern Betreiber den langfristigen Betrieb, erhöhen die Sicherheit für Nutzer und tragen zum Schutz der alpinen Umwelt bei.

Unsere Leistungen

Moderne Verstärkungs- und Überwachungstechnologien sichern bestehende Seilbahnen nachhaltig gegen geologische Risiken und steigende Sicherheitsanforderungen – für mehr Sicherheit und Umweltschutz im alpinen Raum.

Inspektion und Unterhalt

Die Herausforderung

Die Schweiz gilt weltweit als Pionierland des Seilbahnbaus. Mit über 2400 registrierten Seilbahnanlagen, darunter Luftseilbahnen, Pendelbahnen, Standseilbahnen und Skilifte, ist unser Land ein Paradebeispiel für die Nutzung von Seilbahnsystemen in Tourismus und öffentlichem Verkehr. Von kleinen Dorfbahnen bis hin zu internationalen Aushängeschildern wie die Luftseilbahn am Pilatus, der Titlis-Rotair, den neunen Anlagen am Schilthorn, die 3s Bahn am Kleinen Matterhorn oder der neuen Eiger Express-Bahn in Grindelwald zeigt sich eine enorme Vielfalt an Anlagen.

 

So gross ihre Bedeutung für die regionale Wirtschaft ist, so hoch sind auch die technischen und sicherheitsrelevanten Anforderungen an die unterschiedlichen Seilbahnsysteme. Besonders im alpinen Raum wirken enorme Kräfte auf die Seilbahnkonstruktionen. Diese wirken auch auf die von uns eingesetzten Vorspannsysteme und geologischen Ankerlösungen, mit denen Stützen und Stationen in den Untergrund eingebunden werden.

Unsere Antwort

In der Schweiz werden Seilbahnen durch die Kantone oder das Bundesamt für Verkehr (BAV) streng überwacht. Betreiber sind verpflichtet, regelmässige Kontrollen durchzuführen. Dazu gehört auch die Überprüfung der eingesetzten Anker. Im Auftrag der Seilbahnbetreiber prüft die Stahlton AG bei solchen Inspektionen folgendes:

 

  • Sichtkontrollen: Prüfung auf Korrosion, Risse oder Betonabplatzungen im Ankerkopfbereich
  • Zugversuche: Belastungstests einzelner Anker zur Überprüfung der Tragfähigkeit
  • Geotechnische Überwachung: Einbezug von Setzungsmessungen, Inklinometermessungen zur Erfassung von Hangbewegungen
  • Langzeitmonitoring: Einsatz von Korrosionssensoren und faseroptischen Messsystemen zur Überwachung des Spannungszustands im Inneren

Manchmal kann es vorkommen, dass solche Inspektionen notwendige Unterhalts- und Sanierungsschritte nach sich ziehen. Dabei kann es um Sanierung von bestehenden Ankern handeln und eine generelle schrittweise Erneuerung älterer Anlagen, um den heutigen Sicherheitsstandards gerecht zu werden.

Praxisbeispiele aus der Schweiz

Pendelbahn Schilthorn (Mürren – Schilthorn)

  • Herausforderung: Die Stützenfundamente liegen teilweise in sehr steilem Gelände. Die Ausführung als die steilste Luftseilban der Welt, erfordert die Einleitung grosser Kräfte in den Untergrund
  • Lösung: Es wurden permanente, elektrisch Isolierte Litzenanker eingebracht, um die Stützenfundamente tief in stabile Gesteinsschichten zu verankern.
  • Unterhalt: Regelmässige Inspektionen der Ankerköpfe und periodische Zugversuche einzelner Anker sichern die langfristige Tragfähigkeit.

Titlis-Rotair (Engelberg – Titlisgipfel)

  • Herausforderung: Exponierte Lage mit hohen Windlasten. Das Gestein ist teilweise stark geklüftet, Rückgang von Permafrost.
  • Umbau am Bestand unter Betrieb der bestehenden Bahn; grosse Umnutzung der Station mit höheren Anordnungen an die Rückverankerung der Lasten aus dem Seilbahnbetrieb unter engen Platzverhältnissen
  • Lösung: Permanente, elektrisch Isolierte Litzenanker inkl. speziellen Kupplungen um Anker Symmetrisch auf mehre Abspannstellen zu frühen und zu verankern
  • Unterhalt: Neben periodischen Belastungstests werden Drohneninspektionen eingesetzt, um die Fundamente und Ankerbereiche auch bei schwer zugänglichem Gelände sicher prüfen zu können.

Pendelbahn Säntis (Schwägalp – Säntisgipfel)

  • Herausforderung: Die Bergstation und Stützen stehen auf einer geologisch sehr exponierten Position. Kalksteinformationen sind anfällig für Verwitterung was sich in grossen Klüften und Höhlen widerspiegelt
  • Lösung: Permanente, elektrisch Isolierte Litzenanker inkl. speziellen Kupplungen, um Anker von der Fundationsebene bis in die Dachebene der Station zu verlängern.
  • Unterhalt: Kontinuierliche Überwachung der Kräfte (Messanker mit Kraftmessdose), regelmässige visuelle Kontrolle der Verankerungen durch unsere Fachleute vor Ort. Zudem kontinuierliche geologische Überwachung mit Inklinometern und Setzungsmessungen.
Unterhalt und Inspektion sind nicht nur Routine, sondern entscheidend, um langfristige Veränderungen (z. B. durch Klimaerwärmung) frühzeitig zu erkennen.

Nachhaltigkeit

Die Herausforderung

Der Bau von Seilbahnen steht heute vor komplexen Herausforderungen, insbesondere im Bereich der Nachhaltigkeit. Ursprünglich galten Seilbahnen als umweltfreundliche Alternative zu Strassen oder Skiliften, da sie vergleichsweise wenig Bodenfläche beanspruchen und steile, schwer zugängliche Gelände erschliessen. Doch die Realität ist komplexer: Der Eingriff in empfindliche alpine Ökosysteme, der Verbrauch natürlicher Ressourcen und der Energieaufwand, während Bau und Betrieb werfen wichtige Fragen auf.

 

Zunächst belastet der Neubau durch Rodungen, Bodenverdichtungen und bauliche Eingriffe die Flora und Fauna. Fundamente, Zufahrtswege und Baustellen schaffen Störungen, die besonders in sensiblen Schutzgebieten nachhaltige Folgen haben können. Dabei sind alpine Landschaften oft durch spezifische, langsam wachsende Pflanzen und eine empfindliche Tierwelt geprägt, die auf kleinste Veränderungen reagieren. Auch der Lärm und die optische Beeinträchtigung durch Bauwerke können Tourismus und Naturerlebnis negativ beeinflussen.


Hinzu kommt der Ressourcenverbrauch: Grosse Mengen Beton, Stahl und andere Materialien müssen transportiert, verarbeitet und eingebaut werden – oft an schwer zugänglichen Orten mit aufwendiger Logistik. Das bedeutet einen hohen CO₂-Ausstoss bereits vor dem eigentlichen Betrieb. Der Betrieb selbst verursacht Energiebedarf, vor allem bei älteren Anlagen mit ineffizienten Antrieben und Steuerungen.

 

Aktuell führt der Wunsch nach höheren Kapazitäten und in der Folge zu grösseren Bahnanlagen zu massiveren Bauwerken, die weitere Herausforderungen für die Planung und Ausführung mit sich bringen.

 

Nicht zuletzt steht auch die langfristige Wartung im Fokus. Anlagen, die häufiger repariert oder erneuert werden müssen, erzeugen zusätzliche Umweltauswirkungen. Frühzeitige Schäden durch schlechte Gründungen oder unzureichende Berücksichtigung geologischer Risiken können den ökologischen Fussabdruck weiter erhöhen.

Unsere Antwort

Dank fortschreitender Technologien und vertieftem Fachwissen haben sich die Voraussetzungen für nachhaltigen Seilbahnbau deutlich verbessert. Digitale Planungsmethoden sowie der Einbezug von Gefahrenkarten und Schutzzonen erlauben eine präzisere Standortwahl und reduzieren unnötige Eingriffe in die Natur. Drohnenvermessungen und geophysikalische Sensorik liefern detaillierte Einblicke in die Geologie und Bodenverhältnisse, sodass Fundamente effizient dimensioniert und auf minimale Flächen beschränkt werden können.

 

Die geotechnischen Untersuchungen sind heute ausgereifter und das Planungsteam kann vielerorts auf umfangreiche Planungsgrundlagen zurückgreifen. So können Risiken wie Rutschungen, verändertes Bodenverhalten durch den Rückgang des Permafrostes, Gefahren aus Steinschlag oder Lawinen in Planung und Bemessung berücksichtigt werden. Oft werden Massnahmen wie mit Mikropfählen unterfangene oder mit vorgespannten Ankern rückverankerte Fundamente oder Lawinen- oder Steinschlagbarrieren erforderlich.


Dabei stehen der schonende Umgang mit Ressourcen, der minimale Eingriff in die örtliche Flora und Fauna ebenso im Fokus wie die Kosteneffizienz.
So werden exponierte Standorte angeflogen, um den Einfluss auf die Natur durch eventuell nötige Baupisten zu minimieren, Standorte im Bereich bestehender Verkehrswege werden möglichst ohne den Einsatz von Helikoptern bedient. Im Rahmen von Umnutzungen oder Erweiterung neuer Anlagen werden oft die bestehenden Anlagen als lang als möglich für die Logistik vor Ort eingesetzt, um notwendige Transporte möglichst effizient auszuführen.

 

Im Betrieb sorgen energieeffiziente Antriebssysteme, regenerative Energien und automatisierte Steuerungen für einen deutlich geringeren Energieverbrauch. Echtzeitüberwachung und vorausschauende Wartung erhöhen die Verfügbarkeit der Anlagen und reduzieren Reparaturaufwand.

 

Auch Umweltverträglichkeitsprüfungen sind heute integraler Bestandteil der Planung: Sie gewährleisten den Schutz von Flora, Fauna und Landschaft und binden Gemeinden und Behörden frühzeitig ein, was die Akzeptanz erhöht.

Unsere Lösungen

Moderne Technik und fundiertes Know-how ermöglichen es, nachhaltige Seilbahnen zu bauen, die Umweltbelastungen minimieren und alpine Landschaften respektieren – für eine zukunftsfähige Mobilität in den Bergen.

Ausgewählte Projekte im Bereich Seilbahnen

Küssnacht am Rigi, SZ

Bergstation Seebodenalp

Zermatt, VS

3S Bahn Zermatt

Zermatt, VS

ATW Ersatzbahn Zermatt-Furi

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