ARA Kloten und Opfikon (1. Etappe)

BBR VT CONA CMX Litzenspannsystem

Baustellenbericht Vorspanntechnik

 
Projekt:
AKO Abwasserreinigung Kloten – Opfikon
Ingenieur: INGE TBF + Partner AG – Afry Schweiz
Bauunternehmung: Erne AG
Bauzeit: Juni 2020 bis 2023

Die Abwasserreinigungsanlage (ARA) Kloten Opfikon erreicht in den nächsten Jahren ihre Kapazitätsgrenze. Mit dem Ausbau 2020 soll einerseits die Kapazität der Anlage gesteigert und andererseits die Betriebsausrüstung auf den neusten Stand der Technik gebracht werden. Bei der biologischen Stufe wird beispielsweise auf die noch junge Nereda-Technologie gesetzt. Damit die ARA künftig die neusten gesetzlichen Anforderungen an die Reinigung von Abwasser erfüllen kann, wird die Anlage mit einer zusätzlichen Behandlungs-stufe zur Elimination von Mikroverunreinigungen ausgerüstet. Im Vordergrund steht hier eine Behandlung mit Ozon (O3) sowie eine Reinigung von allfälligen Oxidationszwischenprodukten auf der abschliessenden Filtrationsstufe. Bei der Planung und Ausführung der Schlammbehandlung wird darauf fokussiert, dass die ARA den Wärmebedarf selbst decken und auf fossile Brennstoffe verzichten kann.

Technische Informationen

Die bestehenden Biologiebecken werden in der Höhe mit vorgespannten Wänden um 2,5 m aufgestockt. Die Längswände haben eine Gesamtlänge von knapp 49 Meter und werden in drei Etappen erstellt. Pro Längswand sind 4 Spannglieder mit je 7 Spannstahllitzen übereinander angeordnet. Bei den Arbeitsfugen werden die Spannglieder mittels Kompaktkupplungen verlängert.

Die Wandetappen werden jeweils direkt auf 100% respektive 1’367 kN vorgespannt, damit die anschliessende Etappe ohne Unterbruch in Angriff genommen werden kann. Über den bestehenden Becken werden zusätzlich 8 Querriegel eingebaut und mit jeweils einem Spannglied auf 1’367 kN vorgespannt. Die Querriegel und Seitenwände werden einseitig mit Kupplungen ausgestattet, damit dass zweite Biologiebecken monolithisch mit dem ersten Becken verbunden werden kann. Bei den kurzen Querwänden von rund 8 m kommt das Stabspannsystem DYWIDAG-Stab zur Anwendung. Der Vorteil beim Stabspannsystem liegt darin, dass auch sehr kurze Spannglieder beinahe schlupffrei und somit mit geringem Spannkraftverlust verankert werden können. Für die neue Verfahrenstechnik mussten auch Aussparungen in den bestehenden Becken erstellt werden. Da die bestehenden Becken mit einem Spannsystem ohne Verbund vorgespannt wurden, mussten die Spannglieder in den Durchdringungszonen vorgängig abgefangen werden. Das heisst, die Spannglieder wurden beidseits der geplanten Trennstellen mit einer Spezialverankerung ausgerüstet, damit die Vorspannkraft in den verbleibenden Restspanngliedern auch nach dem Ausbrechen der Aussparung erhalten bleiben kann. Diese Methode zur Abfangung von bestehenden Monolitzen ohne Verbund wurde von der Stahlton AG entwickelt und hat sich bereits in diversen Sanierungsprojekt zuverlässig bewährt.

Verwendetes Material

520 m Spanglied CONA CMX 0706, Kat. b und DYWIDAG WR 36, Kat. b
24 Stück Verankerungen CONA CMI 0706
16 Stück Kupplungen CONA CMI K 0706
8 Stück Kupplungen CONA CMI H 0706
18 Stück Verankerungen DYWIDAG WR 36
6 Stück Kupplungen DYWIDAG H WR 36